Übersichtskarte

Au revoir au revoir....

Montag, 20.07.2015

....hallo zusammen- natürlich war ich nicht gut, und habe keinen Artikel mehr zur Klassenfahrt geschrieben ;) Jetzt sitze ich schon wieder auf meinem Sofa in Berlin und alles ist vorbei!

 

Die letzten Tage waren ziemlich seltsam für mich - alles ist zum letzten Mal passiert- das letzte Mal Mittagessen mit den Kindern, das letzte Mal abends in Bett bringen und "Plus belle la vie" gucken; das letzte mal in Ludres ins Kino gehen oder über den Place Stanislas laufen... diese ganzen letzten Male haben mich immer wieder ein bisschen traurig gemacht, aber nie so richtig. Wirklich traurig war ich erst, als ich endgültig meine Koffer gepackt habe... das war wirklich hart, das Zimmer leer zu räumen und das letzte Mal ordentlich zu putzen...

Und plötzlich war Donnerstag und meine Eltern kamen an. Da wir mit den Kiddies abends im Restaurant waren, sind Mama und Papa da einfach mitgekommen und konnten so auch mal meine Kollegen kennenlernen. Später bin ich dann mit meiner Familie noch mal am Place Stan Eisessen gewesen. Freitagmorgen haben wir dann das Auto gepackt- gerade so hat alles gepasst....

 

Tja und jetzt bin ich wieder zuhause, und ein neuer Lebensabschnitt liegt vor mir- Ich habe meine Zeit in Frankreich sehr genossen, und kann sowas jedem nur empfehlen! :)

 

Also war das jetzt der letzte Eintrag- au revoir!!

Sommerfest im IME

Samstag, 27.06.2015

Hallihallo :)

 

Mein Jahr hier ist nun wirklich fast vorbei- alles passiert jetzt "zum letzten Mal". So hatten wir letzte Woche das letzte Zusammentreffen mit unseren Leuten vom Judo, waren das letzte Mal übers Wochenende weg und so weiter.. Und jetzt am Mittwoch war Sommerfest im IME. Das wird hier Kermesse genannt, was ich ganz witzig finde, da es etwas wie "Kirmes" klingt, was ja so viel wie Rummel oder Jahrmarkt heißt. So in etwa war auch alles organisiert- es gab verschiedene Stände an denen man essen, spielen oder Sachen kaufen konnte. Die Dinge, die verkauft wurden, haben die Kinder und Jugendliche in ihren Ateliers alle selbst angefertigt. Meine Gruppe hat Kuchen verkauft, und einige Armbänder, die sie aus Kaffee-Kapseln gebastelt hatten... Die Vorbereitung am selben Morgen noch war ziemlich stressig gewesen; schließlich mussten wir Educs ja nicht nur dafür sorgen, dass pünktlich um 10 alles für die Kermes fertig war, sondern wir mussten natürlich den alltäglichen Morgen-Ablauf mitkoordinieren. Das war wohl die letzten Jahre anders gewesen, weil die Kermes immer samstags war. Viele Educs hatten auch Angst, dass der Mittwoch nur Nachteile mit sich bringt- zur Kermesse sind nämlich immer die Eltern bzw Familien der Kinder eingeladen, und unter der Woche arbeiten ja eigentlich die meisten... Ich meine mitbekommen zu haben, dass von den locker 200 bis 250 Kindern und Jugendlichen im IME nur 48 Familien da waren. Das ist schon krass... Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass es irgendwie leer gewesen wäre, nein! Überall auf dem Gelände war super viel los! Zu meine großen Überraschung wurde an den Ständen auch wirklich viel gekauft; von unserem Kuchen war am Ende nichts mehr übrig (und da hatte ich wirklich schon Angst gehabt dass wir alles wegschmeißen müssen...), die Tombola war am Ende fast ganz ausverkauft (Ich hab eine blaue Käppi -wie bitte schreibt man das?!- und eine komische französische CD, die ich mir heute noch anhören will, gewonnen :D) und zu jeder der stündlichen großen Aktionen hat sich ein großes Publikum gefunden.

Womit ich bei meinem persönlichen Highlight der Kermesse wäre (ganz eingebildeter Weise :D): Der Tanzauftritt mit meinem Atlier-Danse !! Ich stand die letzten Wochen mittwochs (da haben wir immer Atelier) völlig unter Stress- die Kinder hatten alle zu verschiedenen Zeiten Praktikum, deshalb waren wir die letzten Mittwoche nie die gleiche Konstellation an Leuten; jeder musste andere Schritte neu dazu lernen, von den Positionen beim Tanzen mal ganz zu schweigen... Letzte Woche hat dann nur noch einer gefehlt- Nicolas, der einzige Junge in meiner Gruppe, der sich glücklicher Weise doch noch entschieden hat, mit uns zu tanzen, weil er sich eigentlich hatte weigern wollen....- und der konnte die Schritte ganz gut; also habe ich ihn einfach blind in eine Position gesteckt und gehofft, dass die halbe Stunde Probe, die wir am Mittwoch vor der Kermes noch hatten, reicht, um die zwei Tänze ordentlich fertigzustellen... Die Generalprobe ist jedenfalls gut gelaufen, und ich war zuversichtlich für unseren Auftritt zu 14 Uhr :D

Und JA, alles ist super gelaufen, meine Kiddies waren synchron wie noch nie ;) und vor allem mega motiviert! Das war für mich der schönste Abschluss, den das Atelier Danse für mich hätte haben können- ich hab es geschafft, mit den Kindern was richtiges, sehenswertes auf die Beine zu stellen!!!

Nur mal so als kleinen Eindruck dieses Bild- ja, wir standen auf einer richtigen Bühne mitten auf dem Hof und alle meine Educs und die Direktion haben mich beobachtet :D

Nach unserem Tanzauftritt gab es noch ein kleines "Open-Atelier Théâtre"; da haben wir in einem großen Kreis auf der Fußballwiese so Übungen zusammen gemacht, das war auch ziemlich cool :D

 

Das wars auch schon zur Kermesse- ich gönne mir jetzt einen entspannten Samstag (natürlich mit der komischen CD von "Fafa Mali"- denn ich bin noch etwas krank und muss noch genesen, damit ich die letzten drei Wochen (DREI WOCHEN!!!) die ich hier noch arbeite schön fit bin!! :D

Wenn ich richtig gut bin, schreibe ich sogar noch mal über die Klassenfahrt, die ich mit den Kiddies noch mache :D

Bis dann!!!

So stark wie das schwächste Glied

Dienstag, 09.06.2015

Letzte Woche habe ich etwas erlebt, was ich eigentlich sofort aufschreiben wollte, aber so viel mit Unibewerbungs-Kram zu tun hatte, dass es leider warten musste. Naja tant pis- jetzt komme ich ja dazu :)

Ich mache ja mit den Kindern das Atelier Théâtre. Leider ist die Theater-Pädagogin öfter mal nicht da (Künstler^^) und wir müssen was anderes mit den Kindern machen. Letzte Woche hatten wir aber Glück- Im „L’espace Jean Jaurès“, einem Theatersaal in Tomblaine, einer Kleinstadt in der Nähe von Flavigny, gab es eine Aufführung, die wir uns anschauen konnten. Wir waren sogar extra dazu eingeladen worden, denn: Bei den „Schauspielern“ der zwei Truppen, die aufgetreten sind, handelte es sich um Jugendliche, aus einem anderen „IME“ (also einer Einrichtung wie der wo ich arbeite). Da „meine“ Theatergruppe ja im Dezember auch schon einen Auftritt hatte, war ich sehr gespannt, wie diese andere Gruppe es meistern würde.

Auf den ersten Blick wirkten die Jugendlichen, als sie auf die Bühne traten, deutlich „behinderter“ als „meine“ Kinder. Letztendlich bin ich mir aber nicht sicher, denn je länger man die Kinder kennt, desto „normaler“ kommen sie einem auch einfach vor, deshalb bin ich einfach weiter davon ausgegangen, dass sie geistig wohl auf einem ähnlichen Stand waren, wie „meine“. Während der Aufführung musste ich jedoch feststellen, dass dem doch nicht so war. Die Jugendlichen, etwas älter als meine Gruppe, waren sowohl sprachlich als auch körperlich doch deutlich eingeschränkter als unsere Theatergruppe. Während wir im Dezember ein Stück mit vergleichsweise viel Text auf die Bühne gebracht hatten, war die Aufführung hier ganz anders aufgebaut. Es gab eine kleine Einleitung, in der die Jugendlichen jeder etwa einen Satz gesagt haben- es handelte sich um eine Geburtstagsfeier, zu der alle kamen. Als Geschenk brachte jeder sozusagen eine kleine „Präsentation“ mit. Das heißt, nachdem alle Kinder zur „Feier“ auf der Bühne angekommen waren, ging es los, dass einer nach dem anderen etwas aufgeführt hat. Kleine Geschicklichkeitsspiele, wie etwa das hin- und herwerfen eines Balles, versuchtes Jonglieren, ein Diabolo-Spiel und so weiter. Ich habe das Ganze beobachtet, und wusste nicht so richtig, was ich denken sollte. Erst dachte ich: Naja, ist ja ziemlich langweilig, meine Gruppe war viel besser. Dann aber habe ich die Kinder genauer beobachtet. In ihren Blicken lag eine so starke Konzentration, wie ich sie nicht mal bei meinen auf der Bühne beobachtet hatte. Sie haben ihre Rolle, ihr Spiel, das große Ganze total ernst genommen. Wenn einer einen Fehler gemacht hat, hat keiner gelacht, weder aus dem Publikum, noch aus der eigenen Gruppe. Auf der Bühne stand eine starke Gemeinschaft, die perfekt zusammengearbeitet hat. Jeder hat genau das zur Aufführung beigetragen, was er konnte. Es gab zwar Jugendliche, die bestimmt in der Lage gewesen wären, etwas „anspruchsvolleres“ auf die Beine zu stellen, aber- was heißt schon anspruchsvoll? Ich denke es war Anspruch genug für die Kinder, untereinander zu akzeptieren, dass jeder nicht mehr als sein Bestes geben kann, und eine Gruppe damit nur so stark wie ihr schwächstes Glied sein kann.

Ich war am Ende jedenfalls sehr gerührt von dem Ganzen und musste fast weinen. Das hat mich selbst ziemlich überrascht. Aber ich hatte ganz klar den Gedanken im Kopf: Auch wenn ich mir hier manchmal überflüssig vorkomme, und denke, dass so Sachen wie Atelier Théâtre vielleicht nicht so wichtig sind, wie es richtiger Unterricht eigentlich wäre- Diesen Kindern geht es gerade gut. In diesem Moment auf der Bühne sind sie wichtig; und das spüren sie. Sie spüren, dass sie gebraucht werden, dass sie etwas Besonderes sind. Dieses Gefühl können wir ihnen jeden Tag durch unsere Arbeit geben, und das sollten wir auch. Denn die wenigsten „meiner“ Kinder bekommen zuhause zu spüren, dass sie etwas Besonderes sind. Dass sie wichtig sind.

Da melde ich mich auch mal wieder...

Montag, 04.05.2015

Salut tout le monde!

Ich melde mich mal wieder, schlechten Gewissens, da ich wirklich lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Doch ich komme in letzter Zeit nicht mehr dazu, hier was zu schreiben- selbst in meinem Tagebuch steht schon kaum etwas ;) Ich bin zur Zeit sehr viel unterwegs; im Prinzip verbringe ich kaum noch ein Wochenende in Flavigny (weil was soll man dort auch tun^^). Die Idee, aus unseren Wochenenden was zu machen, haben uns die „alten Freiwilligen“ gegeben. Alle die, die letztes Jahr in Flavigny und auch in Nancy gearbeitet haben, haben uns nämlich Ende Februar besucht und uns natürlich von ihrem Jahr in Frankreich erzählt. Dabei haben wir erfahren, dass Pia und Sandra, die beiden Mädels die in meiner und Annikas Stelle gearbeitet haben, ständig auf Tour waren und so viel von Frankreich sehen konnten. Uns wurden einige schöne Städte genannt, die man sich unbedingt angucken soll, ganz oben auf der Liste stand Lyon. Angesteckt von der Begeisterung die in ihren Geschichten mitschwang, haben Annika und ich ganz spontan für das Wochenende drauf Lyon gebucht, und damit hat die „Reisezeit“ begonnen :D

Ich war seitdem in Lyon, Reims, Dijon und außerhalb von Frankreich in Freiburg (weil ich vielleicht dort studieren möchte) und in Amsterdam! Nächstes Wochenende fahren wir nach Carcassonne und Toulouse, dann noch nach Nice (Nizza) und uns bleiben noch ein paar Wochenenden im Juni und Juli, in denen wir noch weiter Frankreich erkunden können (auch wenn das alles zusammen ziemlich teuer werden wird, da die französischen Züge noch teurer sind als in Deutschland^^).

Ansonsten ist bei uns im Dörfchen alles ziemlich gleich geblieben. Wir haben einen großen Frühjahrsputz veranstaltet und uns ein wenig um den Garten gekümmert (um den sich allerdings vor uns schon jemand sehr intensiv gekümmert haben muss, denn ganz unverhofft kamen auf einmal überall Blumen zum Vorschein :D). Das Wetter ist langsam wieder stabil, ich habe schon einen Nachmittag am Mosel-Strand verbracht und kann endlich wieder regelmäßig laufen gehen, ohne zu erfrieren oder vom Regen überrascht zu werden! Es wird langsam Sommer! :)

Auf der Arbeit spiegelt sich das Wetter auch wider. Die Kinder sind aufgeweckter und noch viel aktiver, als sie es den Winter über eh schon waren ;) Das hat seine guten Seiten- oft sind sie jetzt leichter zu motivieren, irgendeine Aktivität zu unternehmen, allerdings sind die Pausen jetzt wieder anstrengender, da wir sie draußen verbringen und sich deshalb der Kontakt zwischen „meinen Kiddies“ und den „16-19“ leider nicht mehr vermeiden lässt (im Winter sind die Großen meist drinnen geblieben, jetzt kommen sie wieder ständig auf unseren Hof, und es gibt jedes Mal Stress…). Zwar hat die Direktion einen Zaun zwischen deren und unseren Hof bauen lassen, jedoch dauert der „Umweg“, um doch von A nach B zu kommen nur etwa 30 Sekunden…. Wieder einmal eine interessante Entscheidung, die das IME da gefällt hat :‘D

Die Ateliers, in denen ich aktiv bin, laufen soweit ganz gut. Im Judo hatten wir Anfang April eine „Compétition“. Ich habe mir ja schon Sorgen gemacht, dass meine Kiddies da eher schlecht abschneiden, weil selbst wenn sie alle verschiedene Gürtel-Stufen bisher erreicht haben, sind sie ja, bei aller Liebe, immer noch behindert. Dooooch meine Sorgen waren absolut grundlos- mir wurde erklärt, dass es sich bei dem Wettkampf um ein Turnier zwischen verschiedenen Gruppen handelt, die alle etwa so sind wie meine Kiddies. Aus anderen Établissements für behinderte Kinder und Jugendliche also :) Der Wettkampf war total cool, ich habe viele Fotos gemacht, die ich aus datenschutzrechtlichen Gründen auf keinen Fall hochladen darf ;) und ich habe am Ende auch eine Medaille bekommen, weil die Kampfrichter mich so nett fanden :‘D Da sagt man ja nun auch nicht Nein :)

Im Atelier Théâtre bereiten wir uns jetzt auf das Spectacle im Sommer vor, von dem zwar noch keiner weiß, wann es ist, aber gut^^ Letzte Woche haben wir sozusagen als Vorgeschmack allerdings schon ein kleines Schauspiel in der Kantine hingelegt, das war ziemlich cool. Die Kinder haben sich verkleidet und geschminkt, und sich dann einen Ort in der Kantine gesucht, wo sie sich posiert haben, als wären sie eine Statue. Dabei durften sie sich auf die Tische und Stühle stellen, oder auf der Fensterbank sitzen, was auch immer sie wollten. Als dann die erste Gruppe zum Essen gekommen ist, mussten alle ganz starr in ihrer Position bleiben, und ein Éduc hat mit einem der Kinder, der sich nicht getraut hat, Statue zu spielen, den „Museumsführer“ gemacht, und die Leute durchs „Musée des Statues“ geführt. Ich muss sagen, dass ich wirklich überrascht war, wie GUT meine Kinder das durchgezogen haben!! Ich war richtig beeindruckt und stolz :) Den „Besuchern“ hat das Ganze auch sehr gut gefallen- es war also ein voller Erfolg!

Etwas unzufrieden bin ich momentan mit dem Atelier „Danse“. Zum zweiten Schulhalbjahr hat die Gruppe gewechselt, und seitdem ist es sehr schwierig, noch was ordentlich hinzubekommen. Die Niveaus der Kinder die ich da jetzt habe, sind einfach zu verschieden- es gilt also: Die Gruppe ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied- dementsprechend müssen wir uns jetzt eben die Tänze anpassen. Das wird den „Stärkeren“ der Gruppe eben sehr schnell zu langweilig, was ich total verstehen, aber nicht ändern kann. Hinzu kommt noch, dass die Kinder in der Pause immer auf dem Hof der nächst jüngeren, der „12-14“ sind, und es danach immer mindestens eine Viertelstunde braucht, bis die ganzen Lästereien und Konflikte sich wieder gelegt haben… Das ist echt schlimm hier, wie viel die sich immer alle streiten, anschreien und beleidigen. Es gibt Tage (so wie zum Beispiel heute), da bin ich keine 2 Minuten angekommen und hab schon wieder 20 verschiedene Beleidigungen gehört. Oder ich komme an und werde sofort stürmisch umarmt von einem Mädchen, dass mich mit einem riesigen Hundeblick anschaut und damit von mir verlangt, sie nach ihrem Wochenende zu fragen, was wahrscheinlich wieder soooo furchtbar war, weil die dumme Stiefmutter wieder so scheiße war oder was auch immer… Ich höre allgemein nicht besonders viele schöne Erzählungen von den Kindern. Es kommt wirklich selten vor, dass mir jemand erzählt, ein schönes Wochenende verbracht zu haben. Und wenn, dann sind es meistens die gleichen Kinder, die, die aus den „besseren“ Familien kommen (oder überhaupt in ihrer richtigen Familie leben, und nicht in einem Wohnheim oder Pflegefamilien :/).

Ich habe jetzt beschlossen, meinen Aufenthalt hier etwas zu verlängern. Eigentlich wäre ich schon Ende Juni fertig, ich mache aber zwei bis drei Wochen länger. Nicht ganz uneigennützig natürlich- Im Juli fährt das Internat eine Woche in den Urlaub in die Vogesen- da kann ich mitkommen und so ein paar Tage dort verbringen, mit den Kindern wandern, schwimmen und so weiter :D Ich freue mich sehr darauf, auch wenn das natürlich alles Zeit ist, die ich weniger in Berlin verbringen kann, bevor es in den Sommerurlaub und nicht zuletzt Ende des Sommers in eine andere Stadt zum Studieren geht! Es bleibt also nicht mehr viel Zeit für Freunde und Familie diesen Sommer, aber ich bin voraussichtlich ja nur dieses eine Jahr hier in Frankreich, also werde ich davon noch so viel profitieren, wie möglich!

Profitiert habe ich auch in der letzten April Woche, und zwar vom ICE- Seminar in den Cevennes. Das ist eine bergige Wald-Region im Süden Frankreichs. Historisch gesehen hat sich da einiges abgespielt- Widerstand spielt in der Mentalität da unten eine große Rolle. Zur Zeit des zweiten Weltkriegs haben dort verhältnismäßig viele Menschen Juden versteckt. Als Ehrung dafür hat der Staat Israel später den Titel „Justes“ verliehen, die Gerechten sozusagen. Und das besondere in dieser Region ist ein Dorf, welches als Einheit diesen Titel verliehen bekommen hat. Es ist also „das Dorf der Justes“. Dieser Titel wurde nur drei Mal auf der ganzen Welt vergeben, und ist deshalb also voll die Besonderheit. Wir haben uns auf dem Seminar also mit diesem Thema beschäftigt, außerdem mit dem Krieg zwischen Katholiken und Protestanten dort, und mit Widerstand im Allgemeinen. Zum Ende hin haben wir eine Gedenkfeier vorbereitet, die wir in einem kleinen Dorf dort abgehalten haben. Die (wenigen) Leute die da waren, waren sehr gerührt. Das war ein schöner Moment. Danach wurde ein „Verre d’amitié“ getrunken; Glas der Freundschaft^^ und es gab natürlich was zu essen ;) Das Seminar ging auch wieder viel schneller rum, als gedacht, und plötzlich war die Woche Ferien vorbei, und ich bin wieder im IME, zur gewohnten Arbeit. Allerdings sind im Mai drei Tage oder sogar mehr frei (unter anderem, weil hier am 8. Mai der Kriegs-SIEG gefeiert wird :‘D), deshalb sind wir an den langen Wochenenden unterwegs und haben somit doch irgendwie ziemlich viel „Ferien“ ^^

Ja… Ich denke das wars auch schon wieder ;) Vielleicht schreibe ich in nächster Zeit aber doch noch mal öfter- mir ist (reichlich spät) der Geistesblitz gekommen, die letzte halbe Stunde, die ich auf der Arbeit für gewöhnlich nichts mehr zu tun habe, den Blog zu schreiben. Zwar hab ich hier kein Internet, aber den Text kann ich ja schon im Voraus schreiben ;) Ja, wäre mir diese Idee mal früher gekommen… Irgendwie ist mein Gehirn nicht mehr so leistungsfähig :O Ich schiebe das darauf, dass ich hier, außer Französisch zu reden, eigentlich nichts zu tun habe, und ich davon verdumme :O! Keine besonders gute Vorbereitung fürs Studium, besonders nicht, weil ich beschlossen habe, Mathe und Englisch auf Lehramt zu studieren (also Mathe ist das Problem^^).

Aber diese Sorgen gehören weniger hierher :D

Bis (vielleicht) bald ^^

:*

Ferien in den "Landes" und in den "Pays Basques"

Montag, 23.02.2015

Ja, wie gesagt, nach Paris ging es direkt weiter, runter in den Süden mit erstem Halt Bordeaux. Eine wirklich schöne Stadt, und wirklich kleiner als ich dachte! Also sind wir auch hier wieder zu Fuß unterwegs gewesen. Wir sind jetzt meine Mitbewohnerin Annika und ich; wir haben uns Sonntagabend im Hostel von Bordeaux getroffen. Hier ein paar Bilder aus dem schönen Bordeaux:

eine sehr seltsame aber auf sehr vielen Postkarten abgebildete Brücke...

 

Jaaa, zwei Nächte haben wir in Bordeaux verbracht. Die zweite war allerdings sehr sehr kurz, weil wir super früh aufgestanden sind, um vor unserer Weiterreise nach Bayonne bzw. Capbreton noch die "Dune du Pilât" angucken MUSSTEN. Wir mussten, weil es die größte Wanderdüne Europas ist, und somit als ausgesprochen sehenswert gilt. Tja, im Winter sind offenbar nicht so viele Leute der Meinung, die Düne anschauen zu müssen, deshalb waren wir alleine. Ganz alleine. Auch nicht schlecht eigentlich ;D DIe Düne ist riiiiiiesig, ich befürchte, dass das auf den Fotos gar nicht richtig rauskommt:

 

Das war also die Düne, wirklich noch beeindruckender, als es auf den Bildern jetzt aussieht!

Dann ging es also weiter nach Capbreton, in unsere Ferienwohnung am Meer ;D Natürlich waren wir auch baden, im eiskalten Ozean. Da habe ich die Kamera allerdings nicht mitgenommen, nur mein Handy- wer mir nicht glaubt: Beweisfotos gibts bei Whatsapp

Das Meer war wirklich beeindruckend jetzt zu der Jahreszeit! Es waren oft richtig hohe Wellen (kein Wunder auch bei dem starken Wind!)

EInen Tag waren wir sogar in Spanien, direkt hinter der Grenze:

 

Zum Abschluss waren wir noch mal einen Tag in Bayonne

und in Biarritz, der nächsten größeren Stadt; und da hab ich das Meer aufgewühlter gesehen, als je zuvor!

...was natürlich mal wieder nicht richtig rauskommt, aber egal :)

 

WIr hatten also einen sehr schönen Urlaub, sind viel rumgekommen! Bis bald!!

Wochenende in Paris :D

Montag, 23.02.2015

Endlich war ich auch einmal in der berühmten Stadt der Liebe !

Ich muss sagen, einer der größten Vorteile am Cervice Civique ist wahrscheinlich, dass wir genug Geld übrig haben, um in unserer Freizeit zu reisen! Und wenn man schon mal in Frankreich ist, schaut man sich doch da soweit um, wie man eben rumkommt! Paris ist von Nancy aus gar nicht so weit weg- nur eineinhalb Stunden mit dem TGV. Ich war aber trotzdem bisher noch nicht da, weil der SNCF leider auch nicht gerade billiger ist als die deutsche Bahn, außerdem wäre ein Tagesausflug doch zu wenig für die große Stadt... Wie auch immer, ich war jedenfalls noch nie vorher in Paris! Damit es nicht allzu teuer wird, haben wir uns ein Appartment rausgesucht- am Place de la Republique! Wir haben also etwas gefunden, das sehr zentral liegt- ideal, weil auch ein Wochenende ja nun nicht allzu viel Zeit ist, um eine so große Stadt wie Paris zu erkunden! Wir, das sind übrigens Lorenz und ich... Ich bin Freitagabend angekommen und wurde vom (leider) typischen Pariser Wetter begrüßt- Regen..! In der Hoffnung, dass es Samstag und Sonntag anders wird, habe ich mir meine gute Laune aber nicht verderben lassen: Zu schön war das Gefühl, wieder in einer Großstadt zu sein, geschäftig von A nach B zu eilen und einen Plan zu haben, der erfüllt werden muss!

Freitagabend haben wir nichts mehr unternommen (obwohl man den Versuch, Nudeln im Wasserkocher zu kochen schon fast als Erlebnis bezeichnen kann...). Dafür waren wir aber Samstag 8 Stunden lang unterwegs, und eigentlich die ganze Zeit auf den Beinen! Wir haben so ziemlich alles abgeklappert, was bei einem ersten Parisbesuch drin sein muss (obwohl Lorenz schon ein paar Mal da war):

Notre Dame, Sacre Coeur, Champs-Elysees, den Triumphbogen, den Louvre, das Centre Pompidou, natürlich den Eiffelturm... ich habe bestimmt was vergessen^^ Im Naturkunde Museum waren wir auch noch. Aber egal; hier ein paar Bildchen, weil die sagen ja sowieso mehr als 1000 Worte :

...Ich hatte auf jeden Fall ein ereignisreiches Wochenende!

Und obwohl ich eigentlich für den Rest des Jahres genug durch die Gegend gelatscht bin, hat auf meine Füße ja noch der nächste Urlaub gewartet... Ich bin nämlich von Paris aus direkt runter weiter in den Süden gefahren...

Nous sommes tous Charlie

Sonntag, 11.01.2015

...heute Nachmittag war in Nancy ein großer Trauermarsch für alle Opfer, die das Attentat in Paris insgesamt gefordert hat. Diese Umzüge haben in mehreren großen Städten Frankreichs stattgefunden und sollten nicht nur Mitgefühl zeigen, sondern vor allem ausdrücken, dass Frankreich sich nicht unterkriegen lässt, wie auf den vielen Bannern und Plakaten zu sehen war.

Am Place de la Republique am Bahnhof ging es los, und wir waren schon über die Menge der Leute überrascht- damit hatten wir nicht gerechnet:

Der Marsch endete am Place Stanislas. Auf dem Weg dorthin wurde die Menge der Leute mir noch bewusster; so sah es vor uns aus:

..und so hinter uns:

Auf den Place Stanislas haben am Ende kaum alle raufgepasst...

Ich fand das Gefühl, bei diesem Marsch mitzulaufen, ganz gut. Es wurde nicht gegrölt oder gesungen, wie ich das von allen Demos, auf denen ich bisher dabei war, eigentlich kenne. Es war im Prinzip ganz ruhig, nur ab und zu ist wie eine Laola-Welle ein Klatschen vom Ende des Zuges nach vorne gewandert. Das war ein super seltsames Gefühl, weil es kein euphorisches Klatschen war, sondern eher ein ehrwürdiges, irgendwie klagloses Klatschen, was einen überrollt hat.

Es war auf jeden Fall gut, dabei zu sein!

 

Je suis Charlie

Freitag, 09.01.2015

Mittwoch der 7.1.15 war für mich kein normaler Tag in Frankreich. WIr waren alle aufgeregt, weil abends unsere Theateraufführung sein sollte. Später habe ich erfahren, dass das der Grund war, warum die Nachrichten aus Paris mich erst spät am Abend errreicht haben... Man wollte die Kinder nicht beunruhigen, es sollte doch eine gute Aufführung werden... Also hat im Théatre mon desert niemand über die Ereignisse in Paris gesprochen. Um das kurz abzuschließen; wir hatten auch eine tolle Aufführung. Natürlich sind unvorhergesehene Dinge passiert, aber alles andere wäre bei dieser Gruppe auch ein Wunder gewesen !!

 

Als ich abends spät endlich zuhause war und eeeendlich nach einem halben Jahr es geschafft habe, mit meinen Freunden in Ghana zu skypen, war eine der ersten Fragen an mich: Ist bei dir alles klar? Du bist nicht in Paris, oder? Tja, ich hatte tatsächlich keine Ahnung was gemeint war... Also hab ich nachgefragt und von dem Attentat erfahren. Was soll man dazu sagen... irgendwie ist es nicht ganz zu mir durchgedrungen. Paris ist zwar nicht soo weit weg von mir, aber doch irgendwie zu weit, um sich ganz betroffen zu fühlen. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie es wäre, wenn es in BErlin passiert wäre. Damit ist mir das langsam bewusster geworden. Trotzdem kann ich es nicht richtig fassen.

Am Donnerstagmittag war in ganz Frankreich eine Schweigeminute. Auch hier im OHS. Und die Kinder haben, das erste mal seid ich hier bin, wirklich gespannt die Nachrichten geschaut. Und zwar den ganzen Vormittag lang. Es lief auf allen Sendern, Dauerberichterstattung, Live-Aufnahmen von den Menschenansammlungen im Regen in Paris.

Und meine Kinder haben Banner gemalt. "Je suis Charlie" hängt jetzt im Fenster des einen Klassenraums, weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Das sticht immer wieder ins Auge und lässt einen nachdenklich werden..

Aber als wäre die Nachricht vom Attentat in Paris nicht schlimm genug, hat man heute BEI UNS IN DER GARAGE einen Blindgänger gefunden... Es gab wohl schon ein paar Mal welche hier auf dem Gelände, auch am Internatsgebäude.. ABER BEI UNS AN DER GARAGE? Ich weiß nicht genau was ich davon halten soll... Ich vergesse am besten ganz schnell wieder. Gruselig genug, dass bei uns im KEller das Licht immer randomly an und aus geht......

Ja... Wir werden ja sehen....

Saint Nicolas in Nancy

Freitag, 09.01.2015

Ich weiß, das kommt jetzt sehr spät, vielleicht zu spät, aber ich muss unbedingt von der Nikolausfeier in Nancy erzählen! Der heilige Nikolas ist der Schutzpatron der Lorraine, deshalb wird der 6. Dezember, bzw. das ganze Wochenende drum herum, hier riesig groß gefeiert. Das ist eigentlich etwas überraschend, wenn man bedenkt, dass Frankreich ansonsten eher nicht so besonders offen religiös ist. Wer die Nikolausgeschichte, die wir uns in Deutschland erzählen, kennt, wird von dieser französischen Version eher überrascht sein:

"Es waren ein mal drei Geschwister, die eines Tages zum Beeren-Sammeln in den Wald geschickt wurden. Sie vergaßen dabei die Zeit, und ehe sie sich versahen, war es dunkel, und sie fanden den Weg nicht mehr zurrück. Endlich entdeckten sie ein Licht, auf das sie zuliefen, bis sie erkannten, dass es das Haus des Metzgers der Stadt war. Glücklich klopften sie an und wurden herein gelassen. Doch der Metzger hatte nicht vor, die Kinder wieder nach Hause zu bringen. Stattdessen schlachtete er sie und verarbeitete sie zu einer Pastete. (Yes, that escalated quickly...) 7 Jahre später kam der Bischof Nikolaus in diesem Dorf vorbei (was natürlich in Lothringen liegt, das habe ich vergessen zu erwähnen^^). Die Eltern der Kinder waren natürlich immer noch todtraurig und baten den Nikolaus, der unter anderem eben auch als Schutzpatron der Kinder gilt, die drei Geschwister doch bitte zu finden. Also machte Nikolaus sich auf die Suche und gelante bald schon zum Haus des Metzgers. Diesen bat er um eine Speise. (JEtzt folgt ein französischer Reim über verschiedene Wurstsorten, die Nikolaus nicht will, den ich leider nicht auswendig kann) Nachdem Nikolaus also alles abgelehnt hat, fragt ihn der MEtzger, was er will. Nikolaus sagt:"Ich will von deiner Pastete!" (wir erinnern uns, die Pastete aus der die Kinder gemacht sind (die nach 7 Jahren natürlich immer noch rumsteht) ) Da bekommt der Metzger Angst und will fliehen. Nikolaus aber hält ihn auf. Dann steckt er drei Finger in die besagte Pastete uuuuund.... die drei Kinder kommen quicklebendig herausgesprungen. Sie kommen wieder zu ihren Familien und alle sind fröhlich- der Metzger wird zu Knecht Ruprecht."

Jaaaaaaa und als wäre das nicht schon alles krass genug, wurde diese Nikolausgeschichte in Nancy nicht einfach ERZÄHLT, nein.... Sie wurde auf dem großen Platz Stanislas an zwei hohe Hauswände projeziert und mit einem Feuerwerk und Musik untermalt.Ich hätte gerne Fotos gemacht, aber ich hatte meine Kamera kluger Weise nicht dabei...

Wovon ich allerdings Fotos habe, ist der St-Nicolas-UMZUG (ja, wie bei uns an Karneval), bei dem das IME mitgemacht hat. Und weil man ja sonst nichts zu tun hat am Sonntag, sind Annika und ich live dabei gewesen, und eifrig neben der "Schar" (dem Wagen) hergelaufen. Und, wenn ich so etwas schon mal mache, lande ich NATÜRLICH AUF DER TITELSEITE DER REGIONALZEITUNG :D!!!!!!! Ich sah aber auch toll aus in der Mönchskutte und mit der Weihnachtsmannmütze

So viel zum hochgefeierten St Nicolas in Nancy

Marché de Noel à Strasbourg

Dienstag, 16.12.2014

Letztes Wochenende waren wir auf dem allseits gelobten, wunderschönen Weihnachtsmark in Straßburg! Und wie man es von den Franzosen kennt, sind sie kein Stück eingebildet, und würden eine ihrer Städte natürlich niiiiiemals zur "Weihnachtshauptstadt" erheben... oder vielleicht doch?

(Oh, da fällt mir ein, die Straßburger sind ja keine Franzosen, sondern unabhängige Ellsässer!!)

Aber ganz ehrlich, Straßburg war wirklich super schön! Teilweise natürlich kitschig dekoriert, aber der Stadt kann man ihren Flair einfach nicht nehmen. Allein wieder abends die Lichter im Fluss, und die beleuchtete Kathedrale zu sehen, war echt toll!

Es gibt übrigens nicht EINEN großen Weihnachtsmarkt dort, sondern über 10 Stück. Manche sind klein, einige aber doch sehr groß, auf manchen gibt es nur Fressstände, auf anderen nur Handarbeiten etc. zu kaufen- die Auswahl ist in jedem Fall riesig, und so verteilt sich die Touristenmenge wenigstens ein bisschen in der ganzen (Innen-)Stadt. Also, Straßburg ist im Dezmeber wirklich eine Reise wert, gerade, wenn man noch nicht so genau weiß, was man wem zu Weihnachten schenken soll- ich für meinen Teil habe tatsächlich viel gefunden, und zwar wirklich schöne Sachen und keinen Schrott (wobei das letztenendes natürlich immer noch Geschmackssache ist^^)!!

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